Langsam füllte sich am 25. Juni der klimatisierte Innenbereich des Congresscentrums in Schwäbisch-Gmünd. Hier wurde das Deutschlandfinale der World Robot Olympiad ausgetragen. Die 109 anwesenden Teams hofften darauf, in den zwei Tagen die Jurymitglieder von sich zu überzeugen und so das Ticket zum Weltfinale in Ungarn zu ergattern.

Das Problem mit der Schulbücherei

Wer als Besucher die Treppen im Eingangsbereich hinunterging, landete direkt vor dem Bereich der Open Category. Einige Präsentationsstände waren noch leer, andere Teams hatten ihre Stationen am ersten Wettbewerbstag bereits um 9:40h aufgebaut. Dazu gehörten die PGS-Nerds aus Holzwickede in Unna.

Der Coach des Grundschulteams zückte ein kleines Walkie-Talkie – keine 20 Sekunden später standen die PGS-Nerds neben ihm. Die drei Jungs hatten ein Modell einer digitalen Büchereiausgabe mitgebracht. „In unserer Schule gibt es auch eine Bücherei. Aber die ist nur am Montag geöffnet“, erklärte WRO-Teilnehmer Tino. Seine Teamkollegen Nico und Jonas nickten zustimmend. „Aber es geht kaum jemand hin“, räumten sie ein.

Die digitale Lösung

Die Ausleihe wird von den Eltern der Schüler*innen organisiert. „Das ist ja auch für die Eltern schade und langweilig. Sie stellen sich da hin und dann kommt niemand.“, bedauerten die drei. Ihre digitale Ausleihe und Rückgabestation könnte hingegen jeden Tag geöffnet sein – ohne, dass sich jemand langweilen müsse.

Das System funktioniert über RFID-Ausweise. Tino, Nico und Jonas stellten es vor: Wer sich ein Buch ausleihen möchte, muss sich zunächst mit dem Ausweis anmelden. Dann kann aus einer Datenbank gewählt werden, welches Buch ausgeliehen werden soll. Danach setzt sich die Greifkonstruktion des Modells in Bewegung. Parallel dazu beginnt eine Trommelrolle, an der die einzelnen Bücher wie an einem Kleiderkreisel hängen, sich zu drehen. Das korrekte Buch wird aus der Hängevorrichtung gefischt und zur Ausgabestelle gefahren. Dort kann es in Empfang genommen werden. In unserer Instagram-Story haben wir das Modell in Aktion gezeigt.

 

Für ihre Konstruktion hatte das Team verschiedene Gegenstände recycelt. Erkennbar war beispielsweise ein Teil eines Sonnenschirmständers. Aber auch Teile vom Vorjahresprojekt wussten die drei geschickt zu nutzen. So kam eine Drehrolle dieses Jahr als Bücherkreisel erneut zum Einsatz.

Das Ergebnis der Jury 

Die Testdurchläufe hatten einwandfrei geklappt. Doch nach der ersten Jurywertung blieben gemischte Gefühle beim Team zurück. Das Modellsystem blockierte noch keine Doppelausleihen – also, wenn ein bereits ausgeliehenes Buch erneut angefragt wird. Daher griff der Modellarm ins Lehre und verhedderte sich.

Nach den zwei Wettbewerbstagen können die Jungs mit einem achten Platz von 16 nach Hause fahren.